Das GRADE Center Gender ist ein an der (Post)Graduiertenakademie GRADE der Goethe Universität angesiedeltes interdisziplinäres Zentrum, das seit 2016 Wissenschaftler*innen, die mit ihrem Qualifizierungsprojekt eine empirische und/ oder theoretische geschlechterbezogene Fragestellung verfolgen, fördert und unterstützt. Das Programm wird durch das CGC geplant und koordiniert.

Adressat*innen des Angebots von GRADE Gender sind fortgeschrittene Masterstudierende, Doktorand*innen und Post-Docs der Goethe-Universität sowie aus dem RMU-Verbund, die Forschungsprojekte in oder mit Bezug zu den Gender Studies durchführen. GRADE Gender bietet für Wissenschaftler*innen in der ersten Phase ihrer akademischen Karriere eine Plattform für den Austausch und die Diskussion auf höchstem internationalem Niveau. Gleichzeitig wird der notwendige Rückhalt bereitgestellt, den es braucht, um ein wissenschaftliches Qualifikationsprojekt erfolgreich zu Ende zu bringen. 

Mit einem breiten Spektrum an thematischen und methodischen Veranstaltungen und Workshops, Netzwerkaktivitäten und der regelmäßigen Ausschreibung zielgruppenspezifischer Förderlinien fördert und unterstützt GRADE Gender die Ausarbeitung und Diskussion von Qualifikationsprojekten im Austausch mit Peers, den Mitgliedern des Cornelia Goethe Centrums sowie Forscher*innen aus dem In- und Ausland. Die Veranstaltungen von GRADE Gender dienen nicht nur dem wissenschaftlichen Austausch und der systematischen Weiterentwicklung eigener Forschungsprojekte, sondern bieten auch die Gelegenheit, stabile kollegiale und internationale Netzwerke aufzubauen. 

Programmatisch zielt das international und interdisziplinär orientierte GRADE Center Gender auf theoretische und empirische Dimensionen von Geschlechterdifferenz(ierungen), Geschlechterordnungen, Geschlechterregimen und Geschlechterbeziehungen sowie auf queere Überschreitungen und die kritische Hinterfragung zweigeschlechtlicher Ordnungen. Es geht um Geschlecht als gesellschaftliche Strukturkategorie, um symbolische Konstruktionen und Codierungen von Geschlecht sowie um die sozialen Regelungen und gesellschaftlichen Verhältnisse, in die sie eingebunden sind.

Zu den theoretisch wie methodisch herausforderndsten Fragen der Geschlechterforschung gehört zum einen die intersektionale Perspektive. Intersektionale Forschung verdankt dem Black Feminism und der Critical Race Theory wesentliche Impulse und ist die Grundlage für eine kritische Diversitätsforschung, deren Konzepte in vielen auch außeruniversitären Arbeitsfeldern Anwendung finden. Zum anderen prägen inter- bzw. transnationale Perspektiven aktuelle Debatten und wissenschaftliche Projekte der Geschlechterforschung. Im Zentrum stehen dabei unter anderem Re-Visionen hegemonialer (westlicher) Paradigmen und Erzählungen. Es geht darum, vom Rande her zu denken, bisher ausgeschlossene Sichtweisen einzubeziehen und von dort aus Fakten und Daten neu zu bewerten und andere Zusammenhänge herzustellen.