In Debatten um Bildung und gesellschaftliche Vielfalt zeigt sich, wie eng Wissen, Macht und soziale Normen miteinander verwoben sind und wie bestimmte Erfahrungen und Perspektiven systematisch zum Schweigen gebracht werden. Der Vortrag beleuchtet die Herstellung von Unsagbarkeiten in gegenwärtigen antifeministischen und queerfeindlichen Mobilisierungen im Kontext von Bildung und Erziehung. Anknüpfend an queertheoretische und poststrukturalistische Ansätze wird Bildung als vergeschlechtlichte und sexualisierte Ordnung begriffen, in der Unsagbarkeiten nicht lediglich Nebenprodukte, sondern zentrale Mechanismen der Reproduktion und Transformation von Machtverhältnissen darstellen. Ausgehend von der Debatte um den Bildungsplan 2015 wird gezeigt, wie Fragen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt diskursiv aus dem Zuständigkeitsbereich öffentlicher Bildung in den privaten Raum der Familienerziehung verschoben werden. Die unterschiedlichen Diskursarenen der Debatte lassen sich dabei als konflikthafte Kontaktzonen verstehen, in denen unterschiedliche Wissensordnungen aufeinandertreffen. Der Beitrag analysiert, wie in diesen Zonen bestimmte Wissensformen und Subjektpositionen systematisch unsag- und unlebbar gemacht werden und wie sich darin epistemische Gewalt manifestiert.
Juno Grenz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Geschlechterforschung des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Europa-Universität Flensburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Queer Theory, Bildungs- und Subjektivierungstheorie, Antifeminismus, Rechtsextremismus, Diskursanalyse und Intersektionalität. In ihrer Dissertation „Bildung in Zeiten von Antifeminismus“ befasst sie sich aus einer diskurstheoretischen Perspektive mit dem Zusammenhang von Bildung, Geschlecht und Sexualität und zeichnet in ihrer Analyse der durch antifeministische Angriffe ausgelösten Debatte um den ‚Bildungsplan 2015‘ Mechanismen der Reproduktion und Transformation von Un_Sagbarkeitsordnungen nach. Die Arbeit ist im Herbst 2025 als Open Access im Verlag Barbara Budrich erschienen. Ebenfalls im Herbst 2025 erschien der von ihr mitheraugegebene Band „Pädagogik und Geschlecht als Gegenstand politischer Kämpfe“ als Open Access im Verlag Barbara Budrich.
Der Raum ist über Aufzüge erreichbar. Es gibt zwei barrierefrei Toiletten im 1. Stock (1.G40s und 1.G40h).
Auf der Etage befindet sich eine All Gender-Toilette (1.G40n) mit Steh- und Sitzklos. Im 2. Stock des CGC befindet sich außerdem eine FLINTA*-Toilette (2.G40q).
Das CGC bemüht sich um eine möglichst gute Barrierefreiheit seiner Veranstaltungen. Wenn Sie Assistenz benötigen, um an unserer Veranstaltung teilzunehmen, teilen Sie uns Ihren Unterstützungsbedarf bitte bis zum 15.04.2026 per Mail an cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de mit. Wir bemühen uns daraufhin, die aufgetretenen Barrieren im Rahmen unserer Möglichkeiten zu mindern.
Gerne können Sie an dieser Veranstaltung mit Ihren Kindern teilnehmen. Bitte wenden sich bis zum 15.04.2026 an unsere oben genannte Mailadresse, falls Sie wünschen, dass wir uns außerdem um eine Kinderbetreuung bemühen. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.
