Die kapitalistische Polykrise scheint sich unaufhaltsam weiter zuzuspitzen: Klimakrise, Demokratiekrise, Faschisierung, antifeministischer und rassistischer Backlash, nekropolitische Grenzregime, Militarisierung und Krieg, autonome Waffensysteme und kognitive Kriegsführung, wachsende Armut und Vermögensungleichheit, Massenarbeitslosigkeit, durch KI getriebene Automatisierung – die Liste ließe sich fortsetzen. Ein weiteres Item darauf wäre: der Defätismus und der Glaube an die Unveränderbarkeit der zu Grunde liegenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung.
Deshalb fragen wir nach Möglichkeiten in Anbetracht der Polykrise –und ihr zum Trotz – Widerstand gegen das Bestehende zu organisieren und zu fragen, ob und wie (Narrative der) Hoffnung Teil eines solchen politischen, ästhetischen oder literarischen Widerstands sein können oder gar müssen. Im Dialog mit Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen erörtern wir dafür bedeutsame Praxen der Solidarität und Fürsorge (Care) ebenso wie Strategien des „Zerschmetterns“, der „Subversion“ oder der „Verweigerung“.
Dabei werden unterschiedliche feministische Ansätze und künstlerische Perspektiven aus verschiedenen Sparten und wissenschaftlichen Disziplinen zusammengebracht. Ihnen ist gemein, dass sie den Blick auf die kollektive Veränderbarkeit des Gegeneben hin öffnen und die Gemachtheit von gesellschaftlichen Verhältnissen, Subjektivitäten und Normen thematisieren. Diese Einsicht impliziert keine voluntaristische Beliebigkeit, gibt uns aber dennoch, so eine These, Hoffnung auf Veränderung und ein gewisses Maß an widerständiger Handlungsfähigkeit zurück.
