Antike Geschlechterrollen bilden bis heute eine Projektionsfläche für moderne Identitätsdiskurse. Eine unkritische Lektüre der antiken Quellen kann dabei das Frauenbild verzerren, da diese überwiegend von männlichen Autoren verfasst wurden und somit quellenkritisch eingeordnet werden müssen. Denn Frauen agieren im antiken Rom gemäß den entsprechenden Belegen (seit dem 3. Jh. v. Chr. bis in das Frühmittelalter) nicht nur als Priesterinnen (z.B. die Vestalinnen), sondern zelebrieren auch Feste, die Männer ausschließen. Sie sind somit nicht nur Zuschauerinnen, sondern aktiv an der Kultpraxis beteiligt. Dies führt zu der Frage, warum und in welch (unterschätztem) Umfang Frauen in bestimmten Kulthandlungen eine aktive Rolle einnahmen. Zu diesem Zweck soll die Verkettung der Analyseschwerpunkte (Kultpraktiken, deren Empfänger und Empfängerinnen, Kultzeiten und -zyklen, Bewegungsräume der handelnden Frauen, Akteurinnen bis hin zu Gruppen weiblicher Handlungsträgerinnen) einen Überblick darüber geben, wie sich die Kulthandlungen der Frauen in das religiöse und das damit verwobene soziale Gefüge Roms einordnen lassen.
Kultakteurinnen im antiken Rom: Studien zur aktiven Beteiligung von Frauen an situativen und periodischen Kulthandlungen
Religionsgeschichte
Geschlechtergeschichte
Alte Geschichte im Bereich der Sozialgeschichte
